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Pilgerfahrten haben Konjunktur. Die Menschen sind in unserer schnelllebigen Zeit immer häufiger auf der Suche nach sinnstiftenden Unternehmungen. Eine Reise ins Heilige Land gehört mittlerweile für viele Menschen mit dazu. Zudem ist sie eine spannende Spurensuche nach den letzten Zeugnissen der biblischen Orte.
Caesarea Maritima
Von Amman oder Tel Aviv kommend startet die Reise an der malerischen Mittelmeerküste in Caesarea Maritima, einer der bedeutendsten archäologischen Stätten Israels. Caesarea verfügte über einen künstlich angelegten Hafen mit großen Wellenbrechern und wurde zu Ehren des römischen Kaisers Augustus benannt. Dem Neuen Testament zufolge fand hier die erste Taufe eines Heiden, des römischen Hauptmanns Cornelius, statt. Biblischen Berichten zufolge soll auch Paulus in Caesarea zwei Jahre in Gefangenschaft verbracht haben, bis er zum Prozess nach Rom verlegt wurde.

Caesarea || © mg1708 - Fotolia.com
Neben dem Besuch des Hafens, der größte der Ostküste der damaligen Zeit, bietet sich ein Rundgang im archäologischen Park von Caesarea an. Hier stehen antike Ruinen von der hellenistischen Zeit bis hin zur bis zur Kreuzfahrerepoche und man kann förmlich fühlen, wie die Menschen vor Jahrtausenden gelebt haben. Der ehemalige Palast des Herodes mit einem verzierten und von Säulengängen umgebenen Wasserbecken, das von Herodes in Auftrag gegebene Theater mit Tausenden von Sitzplätzen und die Teile einer Inschrift, in der Pontius Pilatus, Prokurator von Judäa, erwähnt wird, machen biblisches Geschehen spürbar. In byzantinischer Zeit entwickelte sich Caesarea zu einem wichtigen christlichen Zentrum und eine christliche Akademie mit einer Bibliothek mit 30.000 Handschriften entstand. Hier verfasste der Theologe Eusebius zu Anfang des 4. Jh. sein Werk über die Anfänge der Christenheit, die Historia Ecclesiastica.
Berg Karmel und Nazareth
Nach Caesarea führt der Reiseweg zum Berg Karmel. Dort befinden sich auch der Konvent Stella Maris und der Leuchtturm von Haifa. Vom Gipfel des Berges hat man einen weiten Blick auf die Ebene Esdrelon, wo die Unbeschuhten Karmeliten im Jahr 1883 dem Propheten Elija in einer Grotte ein kleines Heiligtum errichteten. Nach der Überlieferung ist es ganz in der Nähe der Stelle, an der das Opfer des Elija stattgefunden hat. Nach der Besichtigung des Klosters und der Grotte geht es weiter nach Nazareth, wo Jesus als Kind einen Großteil seines Lebens verbrachte. Hier wurde auch Maria die wundersame Geburt von Jesus durch den Erzengel Gabriel verkündet und die gesamte Stadt hat sich der Verehrung Marias gewidmet. Im Laufe der Zeit entstanden vier Basiliken über dem Verkündigungsort und die zuletzt errichtete hat schöne Mosaiken an der Außenmauer, die von der Verkündung berichten. In der Kirche der Synagoge, eine griechisch-katholische Kirche, finden sich die letzten Überreste und Ruinen der Synagoge, in der Jesus den Menschen seinen Auftrag kundtat. Nach einer Fahrt über den See Genezareth erreicht man die Synagoge von Kapharnaum, wo die Kirche der "Brotvermehrung" von diesem biblischen Ereignis zeugt. Am Berg der Seligpreisung findet man die Stätte der Bergpredigt.
Klagemauer | Bild vergrößern
Jerusalem
Weitere Stationen auf der Pilgerfahrt durchs Heilige Land sind das Jordantal, Jericho und Jerusalem. Vom Ölberg aus bietet sich ein phantastischer Ausblick über die Altstadt, in der Jesus seine letzten Stunden verbracht hat. Durch den Garten Gethsemane führt der Weg zur Kirche aller Nationen, deren Namen daran erinnert, dass mehrere Staaten an ihrer Errichtung im Jahr 1924 beteiligt waren. Ihre 12 Kuppeln stehen für die 12 Apostel und am Fußboden ist bis heute der Grundriss der Vorgängerkirche aus dem 4. Jh. sichtbar. In der Dormitio Abtei fand das letzte Abendmahl Christi statt und Maria verbrachte hier ihre letzten Lebensstunden.
Die Davidstadt liegt südlich der Altstadt auf einem langgezogenen Bergkamm in der Nähe der Klagemauer und der alten Stadtmauer. Die Davidsstadt gilt als der Ursprung Jerusalems und der frühen Geschichte Israels. Vor über 3000 Jahren eroberte König David die Stadt der Überlieferung nach zu Folge von den Jebusitern und machte sie durch die Überführung der Bundeslade von Hebron nach Jerusalem zur "Davidstadt" und zum religiösen und politischen Zentrum des Königreiches Israel. Sie ist heute eine der faszinierendsten archäologischen Kostbarkeiten Israels. Am Tempelberg kann man heute Ausgrabungen besichtigen, die erstaunlich Funde zu Tage fördern und noch längst nicht beendet sind. Der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee sind für die Öffentlichkeit leider nicht zugänglich und können nur von außen besichtigt werden. Über die Via Dolorosa führt der Weg dann zur Grabeskirche, wo in einer unterirdischen Grotte die Geburtstätte von Maria verehrt wird.
Beste Reisezeit
Die besten Monate für eine Pilgerreise dürften sicherlich die Monate November, Januar und Februar sein. Auch September und Oktober sind von den Temperaturen her ganz angenehm, allerdings machen die vielen jüdischen Feiertage das Reisen in diesen Monaten recht anstrengend. Im März und April kann es teilweise schon sehr warm werden und auch im April kommen wieder Behinderungen durch das Passah-Fest hinzu.
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