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Amman – Regierungssitz und Wirtschaftsmetropole

Die jordanische Hauptstadt Amman liegt im Nord-Westen des Haschemitischen Königreichs und ist sowohl Regierungssitz als auch Wirtschaftsmetropole des vorder-asiatischen Staates. Amman wurde einst auf sieben Hügeln erbaut, ist jedoch heute bereits auf mehr als 19 Hügeln verbreitet und zählt mittlerweile rund 1.500.000 Einwohner. Das gastfreundliche Amman, in dem Christen und Muslime friedlich miteinander leben, verfügt über eine interessante Synthese aus historischen und äußerst modernen Einflüssen. Darüber hinaus ist die Hauptstadt Jordaniens eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt.

Der wichtigste Flughafen Ammans (und auch Jordaniens) ist der „Queen Alia International Airport“, welcher ungefähr 35 km südlich von der Hauptstadt entfernt liegt und vor allem bezüglich des Tourismus als Knotenpunkt gilt. Ein etwas kleinerer Flughafen namens „Marka International“ befindet sich östlich von Amman und wird hauptsächlich von Geschäftsleuten für Inlandflüge genutzt. Allerdings dient er seit einigen Jahren ebenfalls als internationaler Flughafen.

Amman und seine Sehenswürdigkeiten

Nach interessanten Sehenswürdigkeiten in Amman sucht man nicht lange. Im Zentrum der Altstadt sind die Ruinen einer Zitadelle zu finden, wobei deren eindrucksvollstes Gebäude – „al-Qasr“ (der Palast) – auf die früh-islamische Periode zurückgeht. Nicht weit davon entfernt kann man die Überreste einer kleinen byzantinischen Basilika sehen, welche wohl im 6. oder 7. Jahrhundert n.Chr. erbaut wurde. Etwa 100 Meter südlich der Basilika liegt der „Große Tempel von Amman“, der unter der Herrschaft des römischen Kaisers Marcus Aurelius errichtet wurde. Auf dem Zitadellenhügel (welcher das Stadtbild prägt) befindet sich das „Archäologische Jordan Museum“, in dem man eine ausgezeichnete Sammlung antiquarischer Exponate besichtigen kann. Besonders interessant ist das gut erhaltene römische Amphitheater – ein eindrucksvolles Relikt des alten Ammans. Das Theater wird noch heute für sportliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Bei einem Besuch in Amman sollte es keinesfalls versäumt werden, einige der faszinierenden Moscheen zu besuchen. Hierbei ist die „Abu Darweesh Moschee“ mit ihrem schwarz-weißem Mosaikmuster wohl das ungewöhnlichste Bauwerk und somit einzigartig in Jordanien. Erbaut wurde sie von tscherkessischen Emigranten. Die von 1982 bis 1989 errichtete „König Abdullah I. Moschee“ begeistert vor allem mit ihrer blauen Mosaikkuppel. Täglich sprechen hier 3000 Muslime ihr Gebet. Das Gebiet um die 1924 erbaute „König Hussein Moschee“ ist das Herz des modernen Amman, denn in diesem lebendigen Stadtteil tummeln sich zahlreiche Händler, Touristen und Einheimische. Die meisten Besucher Ammans richten ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die farbenreichen, traditionellen Märkte – den Suqs (auch Souk, Souq oder Sook genannt). Die Suqs – meist unbewohnte einstöckige Gebäude – sind quasi das Wirtschaftszentrum einer arabischen Stadt. Nebenbei sei bemerkt, dass der Fahnenmast in Amman (Raghadan-Fahnenmast) ein Länge von 126 Metern misst und daher über die ganze Stadt ragt.

Amman

Amman ©iStockphoto/Ahmad Atwah

Geschichte von Amman

Amman kann auf eine sehr lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken, da aufgrund von Ausgrabungen belegt wurde, dass das Gebiet bereits während der Steinzeit (ungefähr 7000 vor Christus) besiedelt war. Das Alte Testament gibt Hinweise auf den Ort „Rammath Ammon“, welcher die Hauptstadt der Ammoniter (semitischer Stamm) war, jedoch im dritten Jahrhundert vor Christi in „Philadelphia“ umbenannt wurde. Grund hierfür war die damalige Herrschaft des ptolemäischen Machthabers Philadelphius. Nachdem die Stadt unter anderem auch unter nabatäischer Regentschaft stand, wurde sie 30 v. Chr. von den Römern besetzt. Nach und nach setzten diese die – für die Römer – typischen architektonischen Akzente. So wurde die Stadt auf die umliegenden sieben Hügeln ausgebaut, das Amphitheater entstand und moderne Straßen und öffentliche Gebäude wurden errichtet. Während der von 324 bis 635 n. Chr. andauernden byzantinischen Herrschaft, war das damalige Philadelphia der Sitz eines christlichen Bischoffs, welcher mehrere prunkvolle Kirchen erbauen ließ. Die Stadt verwahrloste allerdings am Ende dieser Periode, so dass diese von persischen Sassaniden erobert wurde, deren Regentschaft jedoch bereits nach kurzer Zeit endete.

Im Jahr 635 nahmen arabische Armeen das Gebiet ein und benannten die Stadt wieder in den semitischen Originalnamen „Amman“ um. Fortan blieb der Ort viele Jahre lang ein wichtiger Haltepunkt für Karawanen. Nachdem diese nach und nach durch zeitgemäßere Methoden ersetzt wurden, war Amman viele Jahrhunderte lang lediglich eine unbedeutende Kleinstadt. 1878 siedelten die Osmanen eine Kolonie von tscherkessischen Emigranten in Amman an (noch heute leben viele ihrer Nachkommen in dem Gebiet). Aufgrund weiterer politischer sowie wirtschaftlicher Ereignisse, gewann die Stadt immer mehr an Bedeutung, so dass Amman im Jahr 1921 Hauptstadt wurde. Seit dieser Zeit gedieh der Ort und wurde zunehmend moderner. Nach den arabisch-israelischen Kriegen von 1948 und 1967 fanden viele Palästinenser Zuflucht in Amman. Darüber hinaus sorgte eine weitere Emigrantenwelle während der Golf-Krise von 1990 – 1991 für einen starken Bevölkerungswachstum.