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Wüstenschlösser in Jordanien

In Jordanien gibt es eine Zahl noch existierender Wüstenschlösser, die aus der Zeit der Kalifen des 7. und 8. Jahrhunderts stammen. Diese Burgen, Festungen und ehemalige Paläste sind Zeugen islamischer Architektur, wobei keines dem anderen gleicht. Zur Zeit der Kalifen war die Wüste Jordanien fruchtbares Land und die heute noch zum Teil erhaltenen Wüstenschlösser gehörten zu Siedlungen oder Handelszentren entlang der Karawanenstrecke. Diese Schlösser verteilen sich östlich der Hauptstadt Amman in der Wüste Jordaniens und können innerhalb einer Tagestour sowie einige innerhalb einer zweitätigen Tour sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus besichtigt werden.

Wüstenschloss Qasr Amra

Das Wüstenschloss Qasr Amra befindet sich circa 85 Kilometer östlich von Amman und gehört seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe. Amra stellt eigentlich kein Schloss dar, sondern besteht aus einem Badehaus im römischen Stil sowie einer Audienzshalle mit Gewölben und Wandbemalungen, und diente den Kalifen angeblich als Lustschloss. Es wird aber angenommen, dass Amra die Überreste eines viel größeren Komplexes darstellt. Die Freskenmalereien, die Menschen und Tiere abbilden, drehen sich um das alltägliche Leben und zeigen unter anderem Jagd-, Bade-, Tanz- sowie erotische Szenen.

Wüstenschloss Jordanien

Wüstenschloss Jordanien ©iStockphoto/RosannaAchille

Qasr Kharaneh

Der quadratisch angelegte Bau der Qasr Kharaneh befindet sich etwa 65 km östlich von Amman und könnte von seiner Form und seinem Aufbau eine Verteidigungsfunktion gehabt haben. Die Festung verfügt über vier Ecktürme, nur einen Eingang und die Wände haben nur Öffnungen für Schießscharten. Der Bau verfügte ebenso über einen offenen Innenhof mit Lagerräumen, Ställen sowie Unterkünften in den oberen der beiden Stockwerken.

Qasr Azraq

Qasr Azraq, beim gleichnamigen Dorf Azraq und etwa 100 Kilometer östlich von Amman gelegen, wurde aus schwarzem Basalt gebaut und besteht aus einer fast quadratischen Form mit langen Mauern, einem zentralem Innenhof und einer kleiner Moschee inmitten. Diese schwarze Festung hatte eine große strategische Bedeutung, da sie in der früheren und einzigen Süßwasseroase Azraq gelegen ist.

Qasr Al Mushatta

Bei der Qasr Al Mushatta, die sich circa 35 Kilometer südöstlich von Amman entfernt befindet, handelt es sich um eines der größten Bauwerke, der allerdings unvollständig blieb und vom Erdbeben stark zerstört wurde. Von diesem aufwendigen Bauwerk sind der bis zu sieben Meter hohe Audienzraum sowie die Wohnräume des Kalifen noch erhalten. Mit einem quadratischen Grundriss von circa 150 Metern Länge diente diese Festung als Winterlager. Die Hauptfassade des Schlosses ist heute im Pergamonmuseum in Berlin ausgestellt.

Qasr Tuba und Qsar Al Hallabat

Weitere Wüstenschlösser sind die Qasr Tuba, etwa 95 km südöstlich von Amman, welches ebenso eines der größten Wüstenschlösser darstellte, heute allerdings stark zerfallen ist. Die Qsar Al Hallabat liegt circa 60 km nordöstlich von Amman und zeigt sich mit einer Moschee, einem Wasserspeicher und eine Reihe einfacher Häuser. Von dem ursprünglichen Palast ist allerdings nur noch eine Ruine übrig geblieben. Weiterhin sind nahe Amman ebenso Qasr Assarah, circa 55 km nordöstlich, Qasr Al Qastal, circa 25 Kilometer östlich, und Qasr Al Muwaqqar, welche sich etwa 30 km südlich befindet, gelegen.